Metallbalgkupplungen
Metallbalgkupplungen sind verdrehsteife Kupplungen. Sie übertragen die Drehbewegung spielfrei und winkelgenau von einem Wellenende auf das andere. Fluchtungsfehler auf den Wellen, verursacht durch Fertigungs- und Montageungenauigkeiten, sowie Wärmeausdehnung und sonstige Verformung, werden durch den lateral, angular und axial flexiblen Metallbalg ausgeglichen. Es entstehen keine unzulässig hohen Lagerbelastungen, wie dies bei starren Kupplungen der Fall sein kann.
Die verschiedenen Kupplungstypen unterscheiden sich in der Größe und in der Art der Welle-Nabe-Verbindung, sowie im Werkstoff. Die Welle-Nabe-Verbindungen wirken rein kraftschlüssig (außer Typ MK: kraft- und formschlüssig). Paßfedernuten und ähnliches sind nicht erforderlich.
Einsatzgebiete Reihen MK und MKJ
Überwiegender Einsatz bei Meßsystemen wie Resolver, Impulsgeber, Winkelcodierer, Potentiometer und Antriebe kleiner Leistung.
Einsatzgebiete Reihen SK, MKJ-S, MKJ-SAL, SWA, SWE
In Servo- und Stellantrieben bei CNC-Maschinen, Verpackungs- und Textilmaschinen usw. Also dort wo präzise Drehmoment- bzw Drehwinkelübertragung notwendig ist.
Dimensionierung
Bei der Auswahl der Kupplung ist das zu übertragende Drehmoment (Nenndrehmoment) maßgebend. Die Kupplung ist immer so auszulegen, daß das Nenndrehmoment über dem höchsten, regelmäßig zu übertragenden Drehmoment liegt. Besonders bei Servomotoren ist zu beachten, daß deren Beschleunigungs- bzw Verzögerungsmoment wesentlich über dem Nenndrehmoment liegt. Nach Ermittlung des erforderlichen Drehmomentes wählen Sie die Kupplung mit dem nächsthöheren Nenndrehmoment. Sind bereits schon größere Wellen-Ø festgelegt, so ist die Kupplungsgröße nach dem Wellen-Ø zu bestimmen.
Montage
Vor der Montage ist zu prüfen, ob der Wellenversatz innerhalb der zulässigen Werte liegt. Zu hoher Versatz beeinträchtigt die Lebensdauer der Kupplung. Während der Montage dürfen die zulässigen Wellenversatzwerte um das 8- bis 10-fache überschritten werden.
Bei Kupplungen mit Klemmkonus müssen die Spannschrauben gleichmäßig und über Kreuz in mehreren Stufen auf das angegebene Anzugsmoment angezogen werden.
Bei Kupplungen mit radialer Klemmnabe werden die Spannschrauben zunächst einer Nabe auf das angegebene Anzugsmoment angezogen. Nach dem Festziehen einer Kupplungsseite wird die Antriebs- oder Antriebswelle einige Umdrehungen verdreht, so daß die Welle in der losen Nabe durchdreht und ausrichtet, ohne daß zusätzliche Axialkräfte auftreten.
Danach wird die zweite Kupplungshälfte entsprechend der ersten festgeklemmt. Während der Montage ist nochmals darauf zu achten, daß kein unzuläßg hoher Wellenversatz auftritt.
Paßungsspiel
Die Kupplungen werden in der Regel mit
der Bohrungsqualität H7 geliefert. Die ge-wünschten Bohrungs-Ø bitte bei der Bestellung angeben. Das Spiel zwischen Wellenzapfen und Nabenbohrung soll
0,05 mm nicht überschreiten.
Demontage
Kupplungen mit Klemmnabe können nach dem Lösen der Schrauben leicht vom Wellenzapfen abgezogen werden.
Bei Kupplungen mit Klemmkonus müssen zunächst alle Spannschrauben mindestens
2 mm herausgedreht werden. Über Abdrückgewinde wird durch gleichmäßiges Anziehen der Abdrückschrauben die Konusbüchse gelöst. Die Kupplung kann dann leicht vom Wellenzapfen gezogen werden.
Achtung!
Beim Einbau der Kupplung ist auf den Platzbedarf der Abdrückschrauben zu achten, Falls notwendig, Abdrückschrauben vor der Montage eindrehen und gegen ungewolltes Lösen sichern.